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Phazelie

Die Phazelie, Phacelia tanacetifolia, ist eine einjährige krautige Pflanze mit einer Wuchshöhe von 50 bis 120 cm. Sie stammt aus Kalifornien und Mexiko und wurde im 19. Jahrhundert in Europa eingeführt. In der Nähe von Siedlungen und auf Brachflächen ist sie verbreitet, wo sie sogar invasiv werden kann; vor allem wird sie jedoch als Gründüngung, als Futterpflanze oder als Zwischenfrucht angebaut.

Die blauen Blüten stehen in Gruppen am oberen Ende des Stängels, der die Besonderheit aufweist, sich wie ein Skorpionsschwanz einzurollen; die Blüten öffnen sich im Laufe der Tage, während sich dieser entrollt, wodurch die Besuchsperiode der Bienen verlängert wird. Die Blätter sind in zahlreiche gezähnte Lappen geteilt, ähnlich denen des Rainfarns (Tanacetum vulgare), woraus sich der wissenschaftliche Name der Pflanze ableitet.

Die Phazelie ist sehr leicht zu kultivieren und kann im Garten ausgesät werden, beispielsweise am Rand des Gemüsegartens. Gestaffelte Aussaaten während der gesamten Saison, zwischen Mai und September, ermöglichen eine kontinuierliche Blüte, die von den Bienen sehr geschätzt wird. Es wird empfohlen, die Pflanze nach der Blüte zu schneiden und dabei das Herausreißen der Wurzeln zu vermeiden, da diese beim Zersetzen den Boden anreichern, dank der Nitrate, die die Pflanze aus der Atmosphäre aufgenommen und in den Wurzeln fixiert hat.

Die Phazelie gehört zu den im Rahmen des von der Eidgenossenschaft initiierten „Aktionsplans Bienen“ ausgewählten Pflanzen, der den Schutz der Bienen zum Ziel hat und die Anlage von „Blühwiesen“ als Fruchtfolge fördert.

Sie produziert sehr reichlich und sehr zuckerhaltigen Nektar, was sie zu einer der wichtigsten Trachtpflanzen macht. Die Bienen sammeln auch aktiv den Pollen, der insbesondere im Herbst von Bedeutung ist, wenn andere Quellen seltener werden; er ist blau gefärbt und bildet sehr charakteristische Pollenhöschen.

Aus dem Nektar der schönen violetten Blüten erzeugen die Bienen einen angenehmen Honig; in der Schweiz ist es jedoch nicht möglich, einen reinen Phazelienhonig zu ernten, wie dies beispielsweise in bestimmten Regionen Frankreichs der Fall ist, da die Anbauflächen nicht ausreichend groß sind oder die Blüte zu spät einsetzt. Dieser monoflorale Honig von grünlicher Farbe ist sehr aromatisch und kristallisiert fein. Häufiger ist Phazeliennektar Bestandteil von Blütenhonigen. (Isabella Moretti)

 

Quellen

Silberfeld, C. Reeb, Les plantes mellifères, 2016

Piquée, Les plantes mellifères mois par mois, 2014

Bieri, Analyse pollinique du BIP (Biologisches Institut für Pollenanalyse), 2016

Miels monofloraux suisses, Alp Forum 2005, Nr. 23f (Neuauflage 2008)

Verschiedene Autoren, Le traité Rustica de l’apiculture, 2002

Foto: www.pinterest.ch

Autor
Isabella Moretti
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